
Die Löslichkeit ist die Eigenschaft eines Stoffes, in einem bestimmten Lösungsmittel (meistens Wasser) eine Lösung zu bilden. Sie wird oft in Einheiten wie Gramm pro Liter (g/L) oder Molarität (mol/L) ausgedrückt und ist abhängig von Faktoren wie Temperatur, Druck und der Art des Lösungsmittels. Zum Vergleich gewöhnliches Steinsalz (NaCl) hat eine Löslichkeit in Wasser unter Standardbedingungen von 357 g/l, bei Fluorit (CaF2) hingegen beträgt die Löslichkeit ca. 0.016 g/l.
Daneben wird auch oft das Löslichkeitsprodukt (Ksp) angegeben. Dabei handelt es sich um eine dimensionslose, temperaturabhängige Gleichgewichtskonstante zwischen Feststoff und gelösten Ionen, die sich aus dem Produkt der Konzentrationen der gelösten Stoffe in einer equilibrierten Lösung berechnet. Bei der Reaktion AgCl ↔ Ag+ + Cl- also z.B. Ksp = [Ag+] * [Cl-]. Das Löslichkeitsprodukt Ksp quantifiziert das thermodynamische Gleichgewicht zwischen einer festen Phase und ihren gelösten Komponenten in einer gesättigten Lösung. Ein hoher Ksp-Wert charakterisiert leicht lösliche Phasen, bei denen hohe Ionenaktivitäten im Gleichgewicht vorliegen. Ein niedriger Wert weist hingegen auf eine schwerlösliche Phase hin, bei der bereits geringe Substanzmengen zur Sättigung führen. Das Löslichkeitsprodukt dient somit als Indikator für potenzielle Fällungs- und Kristallisationsprozesse. Übersteigt das aktuelle Ionenprodukt (Q) das Löslichkeitsprodukt (Ksp), beispielsweise infolge lokaler Stoffanreicherungen oder Verdunstung, liegt ein Zustand der Übersättigung vor. Um das thermodynamische Gleichgewicht wiederherzustellen, kommt es zur Ausfällung/Kristallisation der übersättigten Phase. Unter Standardbedingungen beträgt das Löslichkeitsprodukt von Steinsalz (NaCl) beispielsweise 37.21 und das von Fluorit (CaF2) 3.5*10-11. Daher ist Fluorit deutlich schwerer löslich als Steinsalz.