
Die TenazitĂ€t sagt etwas darĂŒber aus, wie sich ein Mineral beim Ritzen und Biegen verhĂ€lt. Wie bei der HĂ€rteprĂŒfung wird das Mineral mittels einer Stahlnadel geritzt. Springt der Ritzstaub weg, ist das Mineral spröde. Dies ist bei 99% der Minerale der Fall. Eine milde TenazitĂ€t liegt vor, wenn der Ritzstaub nicht wegspringt, sondern neben der Ritzspur liegen bleibt. Beispiele hierfĂŒr sind Galenit oder Stibnit. Bei einer schneidbaren TenazitĂ€t dringt die Nadel ein, hinterlĂ€sst aber keinen Staub. Beispiele sind Akanthit, gediegen Gold oder Bismut. Akanthit und gediegen Gold kann man auĂerdem zu BlĂ€ttchen hĂ€mmern, sie sind geschmeidig. Wieder andere Minerale sind elastisch biegsam, sie kehren nach dem Biegen wieder in ihre Ausgangstellung zurĂŒck. Andere sind wiederum unelastisch biegsam und bleiben nach dem Biegen in der neuen Stellung, wie z.B. Gips oder Stibnit (siehe Bild).

Abbildung 5: Das Mineral Stibnit ist eines der SonderfÀlle, die eine unelastisch-biegsame TenazitÀt aufweisen.