
Die ToxizitĂ€t ist eine relative GröĂe, die Aufschluss darĂŒber geben soll, wie schĂ€dlich ein Mineral fĂŒr den menschlichen Organismus ist. Die Art der Exposition mit einem giftigen Mineral spielt dabei eine groĂe Rolle. Insbesondere der Zustand in dem das Mineral vorliegt ist dabei entscheidend. StĂ€ube oder feine Fasern (z.B. bei Asbest) lassen sich viel leichter ĂŒber die Atmungsorgane oder die Haut aufnehmen. Im Falle des Verschluckens (z.B. bei Kleinkindern) bestimmter Minerale ist Ă€uĂerste Vorsicht geboten und es sollte umgehend eine der Giftnotrufzentralen oder der Rettungsdienst kontaktiert werden.
Die ToxizitÀt hÀngt primÀr (Ausnahme z.B. Asbest) von den im Mineral enthaltenen problematischen Elementen ab. Bestimmte Elemente können mit unserem Körper in negativer Art und Weise interagieren. Sie binden zum Beispiel an bestimmte Enzyme oder Zerstören den Organismus auf Zellebene. Zu den schÀdlichen Elementen gehöhrt Quecksilber (Hg), Nickel (Ni), Kupfer (Cu), Chrom (Cr), Cadmium (Cd), Blei (Pb), Arsen (As), Antiomon (Sb) und Thallium (Tl). Daneben finden sich noch vereinzelt Ausnahmen mit hoher Giftigkeit, wie Villiaumit (NaF), Witherit (BaCO3), sowie leicht lösliche Verbindungen mit Barium (Ba), wie z.B. Bromellit (BeO) oder Behoit [Be(OH)2]. Auch die Asbest-Minerale Chrysotil, Aktinolith, Anthophyllit, Grunerit, Riebeckit oder Tremolit stellen, aufgrund von Fasern auf nm-Skala, die in die Lunge eindringen können, ein Risiko dar.
Daneben sind auch alle radioaktiven Elemente und Minerale schĂ€dlich fĂŒr den menschlichen Organismus. Da die meisten Minerale hauptsĂ€chlich α-Strahlung emittieren ist insbesondere die orale oder inhalativ Aufnahme problematisch. Die beiden im Mineralreich am hĂ€ufigsten vorkommende radioaktive Elemente sind Uran (U) und Thorium (Th). Da Thorium meist mit anderen Seltenen-Erd-Elementen (REE) substituiert wird, können auch REE wie Cer (Ce), Lanthan (La), Neodym (Nd) oder Yttrium (Y) ein Anzeiger fĂŒr einen geringen Uran(U)/Thorium (Th)-Gehalt und damit auch ein Zeichen fĂŒr RadioaktivitĂ€t und vor allem ToxizitĂ€t im Mineral sein.
Die RadioaktivitĂ€t kann in verschiedenen Einheiten gemessen werden. Becquerel (Bq) ist die SI-Einheit fĂŒr die AktivitĂ€t einer radioaktiven Quelle und wird verwendet, um die Anzahl der ZerfĂ€lle pro Sekunde in einer Probe anzugeben. Sievert (Sv) wird zur Messung der effektiven Strahlendosis verwendet, die die biologische Wirkung der absorbierten Strahlung auf den menschlichen Körper berĂŒcksichtigt. Weitere Einheiten sind Gray (Gy), Curie (Ci), Rad oder Rem.
Gerade beim Arbeiten (Schleifen, Polieren, Montieren) mit den oben genannten Mineralen sollten Labor-artige Sicherheitsbedingungen herrschen. Bedeutet ein gut durchlĂŒfteter Raum, das Tragen von Handschuhen, Schutzbrillen und einem Atemschutz, sowie die Aufbewahrung in beschrifteten und verschlossenen BehĂ€ltern.