Die Tsumeb Mine liegt im Norden Namibias und wurde im Rahmen des modernen Bergbaus ab 1907 durch die Otavi Minen- und Eisenbahn-Gesellschaft (OMEG) erschlossen, nachdem das außergewöhnlich hochgradige Kupfererzvorkommen bereits im 19. Jahrhundert bekannt war. Der Abbau begann 1908 über einen zentralen Schacht und entwickelte sich rasch zu einem der bedeutendsten polymetallischen Bergwerke Afrikas, mit Kupfer, Blei, Zink, Silber und Germanium als Hauptrohstoffen. Geologisch handelt es sich um eine steil stehende, rohrförmige Erzstruktur (pipe-like ore body), die in dolomitischen Karbonatgesteinen der Otavi Group eingebettet ist und durch komplexe hydrothermale Prozesse sowie intensive supergene Überprägung entstanden ist. Die Mine ist weltweit bekannt für ihre außergewöhnliche mineralogische Vielfalt mit über 300 beschriebenen Mineralarten, darunter zahlreiche seltene Arsenate, Vanadate und Sekundärminerale. In der Hochphase erreichte der Schacht eine Tiefe von über 1.200 m, wobei mehrere Millionen Tonnen Erz gefördert wurden. Der reguläre Bergbaubetrieb wurde 1996 eingestellt, hauptsächlich aus wirtschaftlichen Gründen und aufgrund zunehmender geotechnischer und hydrogeologischer Probleme. Heute ist die Mine für Sammler nicht frei zugänglich, jedoch stammen viele klassische Tsumeb-Stufen aus historischen Abbauphasen und befinden sich in Museen, alten Sammlungen oder auf dem internationalen Mineralienmarkt.
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