Lage: Stadt Tsumeb, Region Oshikoto, im Otavibergland (sogenanntes Otavidreieck) im Norden Namibias,
Eröffnungsjahr: Kommerzieller Abbau ab 1897 durch europäische Siedler (offizieller Minenbetrieb startete großflächig 1907). Zuvor gab es bereits jahrhundertelange, artisanale Kupfergewinnung durch indigene Völker (San/Haiǁom und Ovambo).
Unternehmen: Historisch gegründet durch die deutsche Otavi Minen- und Eisenbahn-Gesellschaft (OMEG). Nach dem Ersten Weltkrieg betrieben durch die Tsumeb Corporation Limited (TCL). Nach dem Konkurs Reaktivierungsversuche durch Ongopolo Mining. Die verbleibende Schmelzanlage wird von Dundee Precious Metals geführt.
Lagerstätten-Typ: Eine hydrothermale, polymetallische Karbonat-Ersatzlagerstätte innerhalb einer vertikalen, schornsteinartigen Einsturzbrekzie (sogenannte Breccia Pipe deposit).
Regionale Geologie: Der Erzkörper durchschlägt steil die neoproterozoischen Dolomite der Otavi-Gruppe, welche Teil der übergeordneten Damara-Supergruppe sind. Einzigartig sind die drei tiefreichenden Oxidationszonen (Grundwasser-Zirkulation in großen Tiefen), die zu einer weltweit beispiellosen Vielfalt an Sekundärmineralen führten.
Erzarten (Elemente): Primär abgebaut wurden Kupfer (Cu), Blei (Pb) und Zink (Zn). Als wirtschaftlich bedeutende Nebenprodukte wurden Silber (Ag), Germanium (Ge), Cadmium (Cd) und Arsen (As) gewonnen.
Schließung/Wiedereröffnung: Der unterirdische Bergbau wurde 1996 infolge eines langen Streiks und fallender Kupferpreise offiziell eingestellt. Die tieferen Sohlen (bis 1.500 m) sind heute dauerhaft geflutet. Kleinere Reaktivierungen bezogen sich primär auf die Aufbereitung alter Halden und oberflächennahe Reste.
Berühmte Fundjahre: Die Mine gilt mit über 350 nachgewiesenen Mineralien (davon 72 bis 76 Erstentdeckungen/Typ-Lokalitäten) als eine der berühmtesten Mineralfundstellen der Erde. Spektakuläre Großfunde (Pockets) von tiefblauen Azuriten, smaragdgrünen Dioptasen und Cerussiten gab es kontinuierlich über die gesamte Betriebszeit, insbesondere in den Boomphasen der Erschließung der 2. Oxidationszone im mittleren 20. Jahrhundert (1950er bis 1970er Jahre).
Fundmöglichkeiten (heute): Extrem gering bzw. unter Tage unmöglich, da die Mine geflutet und geschlossen ist. Mineralien aus Tsumeb zirkulieren heute fast ausschließlich über den internationalen Sammlermarkt. Auf dem alten Gelände wurde das Tsumeb Mineralogic & Mining Museum eröffnet, das historische Proben bewahrt
